CHANCEN UND HERAUSFORDERUNGEN

Die Umstellung auf digitale Lehre im SoSe 2020 war für alle Mitglieder der JGU eine große Herausforderung. Auf dieser Seite berichten Lehrende und Studierende, wie sie ganz persönlich damit umgegangen sind, welche Lösungen sie gefunden haben und welche Chancen dieses ungewöhnliche Semester möglicherweise für die Weiterentwicklung der Lehre bietet.

Wenn auch Sie Ihre Erfahrungen teilen möchten, schreiben Sie bitte an digitale-Lehre@uni-mainz.de

Erfahrungen von Lehrenden

Balanceakt zwischen Anleitung und Freiheit im virtuellen Lernraum

Nina Heydt vom Obama Institute for Transnational American Studies hat ihre Übung zu Repräsentationen des amerikanischen Strafvollzugsystems für das Sommersemester digitalisiert. Dazu hat sie im JGU-LMS einen virtuellen Lernraum für interaktives, diskursives Arbeiten geschaffen. Wir sprechen darüber, wie die Vorbereitung, Durchführung und Prüfung der Veranstaltung ausgesehen hat und über Chancen und Herausforderungen der digitalen Lehre allgemein.

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"Digitale Anonymität" gar nicht erst aufkommen lassen

Dr. Simone Ohlemann forscht und unterrichtet in der Psychologie in den Bildungswissenschaften im FB 02. Im SoSe 2020 hat sie ihr Seminar "Normale und auffällige Lernprozesse" für Lehramtsstudierende im Team überarbeitet, digitalisiert und dann fast vollständig asynchron durchgeführt. Inhaltlicher Schwerpunkt sind diagnostische Fragestellungen, die das Lernen im Schulkontext beleuchten.

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Digitale Lehre geht über die Vermittlung einstmals analoger Lerninhalte hinaus

Stephan D. Müller aus der AG Schulpädagogik am FB 02 hat die Seminare „Einführung in die Schulpädagogik“ und „Einführung in das Studium der Bildungswissenschaften“ für das Sommersemester digitalisiert. Besonders wichtig war es ihm, den Studienanfängern klare Strukturen und einen festen Rahmen, aber auch Begegnungsmöglichkeiten und Diskussion zu bieten.

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Format- und Methodenmix für verschiedene Lernbereiche

Dr. Sebastian Wurster aus dem Institut für Erziehungswissenschaften hat seine Kurse „Leistung, Differenzierung und Beratung“, „Unterricht beobachten, rekonstruieren, initiieren“ und eine Forschungswerkstatt für das Sommersemester digitalisiert. Dabei stand der Mix von Lehr-Lern-Formaten im Vordergrund. Durch enge Teamarbeit wurde der Vorbereitungsaufwand geteilt und die Konzentration auf wenige Lehr-Lern-Tools erleichterte den Überblick für Lehrende und Studierende

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"Notfallmedizin an Bord" digitalisiert – Neue Rettungstechniken und Fallbeispiele statt Übungen auf dem Rhein

Dr. Sandra Kurz und Malte Senska aus der Universitätsmedizin haben ihren examensrelevanten Wahlpflichtkurs „Notfallmedizin an Bord“ für das Sommersemester digitalisiert. Wir sprachen darüber, wie diverse Lernziele im digitalen Semester adressiert werden konnten und welche Anwendungen bei der Lernorganisation besonders hilfreich waren.

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Sprachenlehre digital – Tools und Lernorganisation

PD Dr. phil. habil. Marion Grein leitet den Masterstudiengang Deutsch als Fremdsprache an der JGU. Schon viele Jahre ist sie Mitglied des Fachbeirats "Sprache" des Goethe-Instituts. Schwerpunkte ihrer Arbeit sind Neurodidaktik (Sprachlehrforschung), Sprachtypologie, interkulturelle Kommunikation sowie digitales Lernen.

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Defizite in der „Kultur“ des Lehrens und Lernens durch Kommunikation und Diskurs überwinden

Prof. Dr. Thomas Hieke aus der Katholisch-Theologischen Fakultät arbeitete sich in Moodle (JGU-LMS) und Panopto ein, um in der Kombination aus Scripten und kürzeren Videos ein asynchrones, selbstorganisiertes Lernformat für die Studierenden anzubieten. Für die Erprobung von zukünftigen Flipped Classroom Konzepten ist in seinen Augen ein „offenes Klima des ehrlichen Austauschs“ zwischen Studierenden und Lehrenden notwendig.

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… bis der „Bibeldoktor“ kommt!

Dr. Michael Hölscher ist Wissenschaftlicher Mitarbeiter im Fach Neues Testament an der Katholisch-Theologischen Fakultät. Für das Sommersemester 2020 hat er sein Proseminar „Lektüre und Analyse ausgewählter Textabschnitte aus dem Neuen Testament“ kurz „Den Bibeldoktor“ getauft und ein offenes Lernformat geschaffen, das Podcasts und multimediale Online-Handouts mit Austausch und Gruppenarbeiten in MS Teams verband.

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„Online Only“ – Bestehende Ansätze konsequent ausgebaut

Prof. Dr. Margarete Imhof leitet die Abteilung Psychologie in den Bildungswissenschaften. Mit ihrem Team hat sie auf Basis bestehender Erfahrungen ein einheitliches Konzept für alle Lehrveranstaltungen entwickelt, geprägt von Eigenstudium und digitalen Kleingruppen. Einen Überblick über die Studiensituation des Einzelnen hält sie für besonders wichtig, um Studierende in der digitalen Lehre nicht zu verlieren.

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Digital zu gutem Deutsch

Isabelle Brandstetter hat ihren Master Translation in Germersheim gemacht und ist nun Lehrbeauftragte am FB 06. Neben ihrem Angestelltendasein bei einem Bildungsträger und ihrer freiberuflichen Tätigkeit als Übersetzerin, Lektorin und Texterin betreut sie seit 2018 das Wahlpflichtmodul „Muttersprachliche Kompetenz für Deutsche“. Im SoSe 2020 hat sie ihre Kurse komplett asynchron gestaltet.

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Erfahrungen von Studierenden

Klare Strukturen und abwechslungsreiche Formate für guten Überblick und Spaß am Lernen

Emelie Lambertz studiert im 6. Bachelorsemester Englisch, Französisch und Philosophie auf Lehramt und hat sich anfangs vor allem Gedanken über die kommunikative Zusammenarbeit zwischen Lehrenden und Studierenden gemacht. Am meisten haben ihr übersichtlich strukturierte Veranstaltungen mit unterschiedlichen Lehr-Lern-Formaten geholfen. In der digitalen Lehre wünscht sie sich semesterbegleitende Feedbackrunden, durch die Lehrende und Studierende gemeinsam erfahren, was der Kurs braucht.

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Höhere Lernerfolge mit angepasstem Lernstoff

Julia Schilling studiert im 5. Mastersemester Lehramt für Englisch, Sozialkunde und Mathematik und ist eine unserer Gutenberg Changemaker, der Studierendengruppe, die den digitalen Wandel an der JGU begleitet. In der schwierigen Situation haben ihr gut strukturierte Lerneinheiten mit Selbstüberprüfungen geholfen und freiwillige Live-Sitzungen für Nachfragen und Diskussion. Für die Zukunft wünscht sie sich eine didaktisch aufgearbeitete Kombination aus synchronen und assynchronen Lerneinheiten.

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Frühzeitige, verbindliche Informationen helfen

Leon Grausam studiert Englisch und Spanisch und ist einer unserer Gutenberg Changemaker, der Studierendengruppe, die den digitalen Wandel an der JGU begleitet. Besonders geholfen hat ihm in diesem Semester die motivierende Kommunikation einiger Lehrender und seines Studienbüros im FB06. Seine Befürchtung ist, dass es im kommenden hybriden Semester zu struktureller Benachteiligung kommen wird.

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Etwas mehr Vereinheitlichung bei den digitalen Veranstaltungsformarten

Sophie Straß studiert im 5. Bachelorsemester Mathematik und Geographie. Ihre Erfahrung ist, dass digitales Lernen erfolgreich sein und Spaß bereiten kann, denn einige Dozierende hatte sich viel Mühe bei der Umsetzung gegeben. Die so entstandene Vielfalt an Lernformaten sieht sie kritisch.

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